MORACEAE · SOKOTRA
Dorstenia
gigas
Dorstenia gigas Schweinf. ex Balf.f. · Proc. Roy. Soc. Edinburgh 12: 403 (1884)
01 / VORKOMMEN
Felswände Sokotras
Endemisch auf Sokotra. Die Art ist verbreitet und örtlich häufig an Klippen und steilen Hängen auf Kalkstein sowie an den Granitpfeilern des Haggeher-Gebirges; sie wird für Höhen von etwa 30 bis 1.100 Metern angegeben.
02 / ERKENNUNG
Pachycauler Strauch
Strauch bis 2,5 Meter Höhe mit stark angeschwollenem Stamm. Die dunkelgrünen, blasig gewölbten Blätter sind schmal verkehrt-eiförmig und besitzen meist einen zurückgerollten Rand. Das rundliche, gelblich grüne Blütenrezeptakel trägt abgerundete Anhängsel.
03 / VOM LEBENSRAUM ZUR KULTUR
Standort lesen
- MikrohabitatMicrohabitat
- Klippen, Steilhänge und schmale Felsspalten von etwa 30 bis 1.100 Metern. Die Pflanzen stehen überwiegend an offenen, stark drainierten Felsstandorten; der Neigungswinkel und einzelne Felsvorsprünge können zeitweise Schatten geben.Cliffs, steep slopes and narrow rock crevices from roughly 30 to 1,100 metres. Plants mainly occupy exposed, sharply drained rock sites, although aspect and ledges can provide temporary shade.
- GeologieGeology
- Sowohl verkarsteter Kalkstein der Plateaus als auch magmatisches Gestein der Haggeher-Berge werden besiedelt. Entscheidend ist offenbar weniger eine einzelne Gesteinsart als der flachgründige, schnell entwässernde Wurzelraum.The species occupies both karstic limestone of the plateaux and igneous rock in the Haggeher Mountains. The shallow, rapidly drained rooting space appears more important than one particular rock type.
- KlimaClimate
- Das Klima Sokotras ist ganzjährig warm, trocken und stark monsunal geprägt. Regen fällt unregelmäßig; in höheren Lagen liefert Nebel zusätzliche Feuchtigkeit. Auf exponiertem Fels wechseln kurze Feuchtephasen mit raschem Abtrocknen.Socotra is warm throughout the year, dry and strongly monsoonal. Rainfall is irregular, while fog adds moisture at higher elevations. On exposed rock, brief moist periods alternate with rapid drying.
- Folgerung für die Kultur
- Ein grober, standfester und überwiegend mineralischer Wurzelraum ist naheliegend. Warm und sehr hell halten, bei belaubtem Wachstum gründlich gießen und anschließend abtrocknen lassen; bei Wachstumsruhe die Wassermenge deutlich senken. Staunässe und kaltes, nasses Substrat passen nicht zum Naturstandort.A coarse, stable and predominantly mineral root zone is the logical starting point. Keep warm and very bright, water thoroughly while in leaf and allow the mix to dry afterwards; reduce water markedly during dormancy. Waterlogging and cold, wet soil do not match the natural site.
- Stand der Angabe
- STANDORT BELEGT · KULTUR ABGELEITETHABITAT DOCUMENTED · CULTIVATION INFERRED
04 / ETHNOBOTANIK
Überlieferte Nutzung auf Sokotra
Für ausgeprägte Dürrezeiten wird die Nutzung von Blättern und zerkleinerten Pflanzenteilen als Viehfutter beschrieben. Die Rinde diente in der Tierheilkunde als Schienungs- und Verbandmaterial; aus dem Inneren des Stammes wurde eine Waschung gegen Räude bereitet. Außerdem wird berichtet, dass Termiten die Pflanze meiden.
05 / KULTUR
Eigene Beobachtungen
Eigene Angaben zu Licht, Temperatur, Bewässerung, Wachstum und Vermehrung werden nach dem Kulturfragebogen ergänzt.
WIRD ERGÄNZT06 / PROVENIENZ
Sammlungsbeleg
Lokalität, Feld- oder Sammelnummer und Bezugsquelle werden nur angegeben, wenn sie für den dokumentierten Zugang vorliegen. Fehlende Angaben werden nicht durch Vermutungen ersetzt.
DATENSATZ WIRD ERGÄNZT07 / QUELLEN
Verwendete Literatur
- Miller, A. G. & Morris, M. (2004): Ethnoflora of the Soqotra Archipelago, S. 635.
- Scholte, P. & De Geest, P. (2010): The climate of Socotra Island (Yemen). Journal of Arid Environments 74: 1507–1515.